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Einordnung · Stand: Oktober 2026

KI-Anbieter im Überblick

Wer steckt hinter ChatGPT, Claude, Gemini und Co., was verfolgt jeder, und wo liegen deine Daten? Die Karte sortiert den Markt nach Zugang und Zielgruppe, umgeschaltet nach Datenstandort. Ohne Rangliste, ohne Benchmark-Zahlen.

Für wen baut der Anbieter vor allem?
Kannst du das Modell selbst betreiben?

Für PrivatleuteFür Firmen und Entwickler

Nur als Dienst des AnbietersSelbst betreibbar

Karte: OpenAI, Anthropic, Google Gemini, Mistral AI, DeepSeek und Open-Weight-Lager, eingeordnet danach, ob man das Modell nur als Dienst nutzt oder selbst betreiben kann, und für wen der Anbieter vor allem baut. Umgeschaltet zeigt sie, wo die Daten verarbeitet werden: bei dir, in der EU, in den USA oder in China.

Einordnung nach öffentlichen Angaben der Anbieter, keine Messung. Selbst betriebene offene Modelle liegen immer „bei dir“. Stand: Oktober 2026.

Die Anbieter

Wer was verfolgt

OpenAI

ChatGPT · GPT-6

Herkunft
San Francisco (USA). Kontrolliert von der gemeinnützigen OpenAI Foundation, Microsoft ist einer der größten Anteilseigner.
Was er verfolgt
Eine breite Plattform: ChatGPT für Endkunden, dazu API, den Coding-Agenten Codex und Bilderzeugung.
Stärken für den Mittelstand
  • Größtes Ökosystem: Deine Leute kennen ChatGPT meist schon.
  • Viel aus einer Hand: Text, Bild, Code.
  • Daten aus der API werden standardmäßig nicht zum Training genutzt.
Worauf achten
  • US-Anbieter: Die Übermittlung in die USA rechtlich einordnen lassen.
  • EU-Datenhaltung nur mit Zusatzvereinbarung und Aufpreis.
  • Häufige Modell- und Produktwechsel bedeuten Pflegeaufwand.

Datenstandort

Für die API gibt es eine Region Europa (EWR und Schweiz), mit Freigabe durch OpenAI und Aufpreis.

Damit baue ich

Anthropic

Claude

Herkunft
San Francisco (USA), 2021 von ehemaligen OpenAI-Leuten gegründet. Public Benefit Corporation, privat finanziert, u. a. von Amazon und Google.
Was er verfolgt
Unternehmen und Entwickler, Sicherheit als Markenkern. Schwerpunkt: Programmieren, Agenten, die lange selbstständig arbeiten, und Wissensarbeit.
Stärken für den Mittelstand
  • Stark bei Code und Agenten.
  • Klarer Fokus auf Unternehmenskunden.
  • Über mehrere Clouds nutzbar (eigene API, AWS, Google Cloud, Microsoft): passt zu bestehenden Cloud-Verträgen.
Worauf achten
  • Erzeugt nur Text, keine Bilder und kein Audio.
  • Über die eigene API keine Verarbeitung fest in der EU.

Datenstandort

Eigene API nur USA oder global; EU-Regionen nur über Cloud-Partner, nicht für jedes Modell belegt.

Google Gemini

Google DeepMind · Gemini 4

Herkunft
Google DeepMind, Teil des Alphabet-Konzerns (Mountain View, USA, börsennotiert).
Was er verfolgt
Eingebaut in Googles Produkte und Cloud. Versteht Text, Bild, Video, Audio und PDF, kann Google-Suche und Maps als Quelle nutzen.
Stärken für den Mittelstand
  • Sehr breit multimodal, langer Kontext.
  • Günstige Flash-Stufen mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • EU-Regionen über Google Cloud, passt, wenn du ohnehin bei Google bist.
Worauf achten
  • Kostenlose Stufe: Inhalte können zur Produktverbesserung genutzt werden, also keine Kundendaten.
  • „Günstig“ gilt nur für die Flash-Stufen, das Flaggschiff liegt preislich bei den anderen.
  • Viele Modellvarianten und Preiswechsel: Die Auswahl kostet Zeit.

Datenstandort

EU-Regionen (u. a. Deutschland, Frankreich, Niederlande) über Vertex AI; ob ein Modell dort läuft, je Modell prüfen.

Mistral AI

Paris · Mistral Large 4

Herkunft
Paris (Frankreich), gegründet 2023. Größter Anteilseigner ist ASML, dazu u. a. Samsung und Microsoft.
Was er verfolgt
Europäische Souveränität: Hosting in der EU, eigene Rechenzentren in Frankreich und Schweden, viele Modelle mit offenen Gewichten.
Stärken für den Mittelstand
  • Daten standardmäßig in der EU, europäischer Rechtsraum.
  • Betrieb auf eigenen Servern möglich, viele Modelle frei lizenziert (Apache 2.0).
  • Moderate Preise.
Worauf achten
  • Kleineres Ökosystem als die US-Anbieter.
  • Deutlich weniger Kapital als OpenAI und Anthropic.
  • Das neue Flaggschiff ist noch in der Vorschau.

Datenstandort

Standard: EU-Hosting; einzelne Funktionen können Daten kurz in Drittländer übermitteln, für Unternehmen abschaltbar.

DeepSeek

Hangzhou · DeepSeek-V4

Herkunft
Hangzhou (China). Gehört dem Hedgefonds High-Flyer und wird von ihm finanziert.
Was er verfolgt
Offene Gewichte unter MIT-Lizenz, sehr effizient und günstig.
Stärken für den Mittelstand
  • Sehr niedrige Kosten.
  • Gewichte frei (MIT-Lizenz): läuft auf eigener Hardware, die Daten bleiben im Haus.
Worauf achten
  • App und API speichern Daten in China und nutzen sie fürs Training, mit Widerspruchsmöglichkeit.
  • Gegenwind der Aufsicht: Die Berliner Datenschutzbeauftragte meldete die App 2025 bei Apple und Google als rechtswidrig.
  • Selbst betrieben fließen keine Daten ab, das Verhalten des Modells prüfst du trotzdem selbst.

Datenstandort

App und API: Speicherung in China, keine Niederlassung in der EU. Selbst betrieben: bei dir.

Open-Weight-Lager

Meta, Alibaba Qwen und weitere

Herkunft
Gemischt: Meta (USA), Alibaba mit Qwen (China), dazu Mistral, DeepSeek und weitere.
Was er verfolgt
Gewichte zum Herunterladen und Betrieb auf eigener Hardware. „Open Weight“ heißt nicht Open Source: Die Trainingsdaten bleiben verschlossen, die Lizenzen unterscheiden sich.
Stärken für den Mittelstand
  • Volle Datenkontrolle: läuft im eigenen Haus oder in deiner Private Cloud.
  • Planbare Kosten, keine Abhängigkeit von einem API-Anbieter.
Worauf achten
  • Eigener Betrieb: Hardware, Wartung und Sicherheit liegen bei dir.
  • Lizenz je Modell prüfen, teils mit Pflichten ab einer Umsatzgrenze.
  • Das Lager ist uneinheitlich: Meta setzt beim Flaggschiff inzwischen auf ein geschlossenes Modell.

Datenstandort

Dort, wo du das Modell betreibst. Bei Modellen aus China zusätzlich die Herkunftsfrage für deine Branche klären.

Marken und Logos gehören ihren Inhabern. Keine Partnerschaft. Preise ändern sich laufend und sind hier nur grob eingeordnet.

Womit ich arbeite und warum

Ich setze nicht auf ein einziges Modell, sondern auf eine Mischung, je nach Aufgabe.

Zum Entwickeln und Bauen: Claude von Anthropic. Wenn ich Agenten und Automatisierungen baue, also Software, die mehrere Schritte selbstständig erledigt, ist Claude mein Werkzeug. Genau darin ist es stark, und Anthropic richtet sich klar auf Unternehmen aus.

Für Prozesse im Hintergrund: offene Modelle oder Hosting in der EU. Läuft ein Ablauf dauerhaft und verarbeitet laufend deine Daten, etwa Belege, Mails oder Anfragen, nehme ich ein offenes Modell auf eigenem Server oder einen Anbieter mit Hosting in der EU. So bleiben die Daten im Haus oder zumindest in der EU.

Welches Modell zu welchem Schritt passt, klären wir im Erstgespräch: an deinem Ablauf und deinen Daten, nicht an der Rangliste der Woche.

FAQ

Häufige Fragen zu KI-Anbietern

Die Fragen, die mir am häufigsten gestellt werden, kurz und ehrlich beantwortet.

Deine Frage fehlt?

  1. Ja, wenn die Regeln der DSGVO eingehalten werden: eine Rechtsgrundlage für die Verarbeitung, Information der Betroffenen und ein Vertrag mit dem Anbieter, sobald er personenbezogene Daten in deinem Auftrag verarbeitet. Entscheidend sind außerdem, wo die Daten verarbeitet werden, wie lange sie gespeichert bleiben und ob der Anbieter sie zum Training nutzt. Eine Rechtsberatung ersetzt das nicht.

  2. Mistral hostet standardmäßig in der EU. OpenAI und Google bieten EU-Regionen an, OpenAI mit Zusatzvereinbarung und Aufpreis, Google über Vertex AI. Anthropic verarbeitet über die eigene API nur in den USA oder global, EU-Regionen gibt es über Cloud-Partner. DeepSeek speichert über App und API in China. Ob das für deinen Fall reicht, ist eine rechtliche Frage, keine technische.

  3. Sobald ein Anbieter personenbezogene Daten in deinem Auftrag verarbeitet, verlangt die DSGVO einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (Art. 28 DSGVO). Frag beim Anbieter nach diesem Vertrag und prüfe, für welches Produkt und welchen Tarif er gilt. Private oder kostenlose Konten sind dafür in der Regel nicht gedacht.

  4. Der AI Act ist die KI-Verordnung der EU. Er ordnet KI-Anwendungen nach ihrem Risiko ein: Einige sind verboten, für Hochrisiko-Anwendungen gelten strenge Pflichten, für viele Alltagsanwendungen vor allem Pflichten zur Transparenz. Welche Pflichten für dich gelten, hängt davon ab, wofür du KI einsetzt. Ein guter Anfang: aufschreiben, welche KI-Werkzeuge im Betrieb laufen und wofür.

  5. Ja, mit klaren Regeln: welcher Tarif genutzt wird, welche Daten hinein dürfen und welche nicht, etwa keine Kundendaten in private Konten. Über die API nutzt OpenAI Daten standardmäßig nicht zum Training. Eine kurze interne Richtlinie schafft für alle Klarheit.

  6. Die großen Modelle von OpenAI, Anthropic, Google und Mistral verstehen und schreiben Alltagsdeutsch sehr gut. Bei Fachsprache, Rechtstexten oder Dialekt lohnt ein Test mit echten Beispielen aus deinem Betrieb. Kleinere offene Modelle schwanken stärker, auch hier entscheidet der Test.

  7. Abgerechnet wird meist nach Verbrauch, also nach der verarbeiteten Textmenge, oder je Nutzer und Monat. Die Preise der Spitzenmodelle haben sich angenähert, günstige Stufen kosten nur einen Bruchteil davon. Für viele Routine-Abläufe reicht eine günstige Stufe. Konkrete Preise ändern sich laufend, deshalb nenne ich hier keine.

  8. Ja, mit offenen Modellen: Ihre Gewichte lassen sich herunterladen und auf eigener Hardware oder in deiner Private Cloud betreiben, zum Beispiel von Mistral, DeepSeek oder Qwen. Dann verlassen die Daten das Haus nicht. Dafür liegen Hardware, Wartung und Sicherheit bei dir, und die Lizenz ist je Modell zu prüfen.

  9. Die Gewichte des Modells kannst du herunterladen und auf eigener Hardware betreiben. Das ist nicht dasselbe wie Open Source: Die Trainingsdaten bleiben verschlossen, und jede Lizenz hat eigene Bedingungen, teils mit Pflichten ab einer Umsatzgrenze.

  10. Es gibt nicht das eine. Sinnvoll ist ein Mix je Aufgabe: ein starkes Modell der großen Anbieter zum Bauen und für anspruchsvolle Texte, für laufende Abläufe mit sensiblen Daten ein offenes Modell auf eigenem Server oder ein Anbieter mit Hosting in der EU.

  11. Die Gewichte sind frei (MIT-Lizenz) und lassen sich auf eigener Hardware betreiben, dann bleiben die Daten im Haus. App und API von DeepSeek speichern dagegen in China, und die Datenschutzerklärung nennt keine konkrete Grundlage für die Übermittlung. Für personenbezogene Daten ist das rechtlich heikel.

  12. Benchmark-Ranglisten widersprechen sich und ändern sich mit jedem neuen Modell. Für ein Unternehmen zählen die Aufgabe, der Datenstandort und der Betrieb mehr als ein paar Punkte Vorsprung in einem Test.

Welche KI passt zu dir?

Erzähl mir, was du vorhast. Ich sage dir ehrlich, welcher Anbieter dafür taugt und wo deine Daten dann liegen.