Sechs Schritte, jeder erklärt eine Sache. Danach rechnest du deine eigene Aufgabe aus.
Ein paar Cent oder ein paar Euro? Bei KI hängt der Preis daran, wie viel sie liest, schreibt und nachdenkt und wie oft sie dabei alles von vorn liest. Diese Seite erklärt das in sechs kurzen Schritten an einem durchgehenden Beispiel. Danach rechnest du deine eigene Aufgabe aus, mit aktuellen Listenpreisen.
1 · Lesen
Erst liest die KI
Nehmen wir einen Bericht mit vier Seiten, den die KI zusammenfassen soll. Zuerst zerlegt sie den Text in kleine Stücke, jedes ungefähr ein Wortteil. Jeder graue Punkt steht für ein paar davon.
Lesen ist günstig. Der Bericht kostet 0,5 ct. Bei einem ganzen Ordner sind es schnell zwanzigmal so viele Punkte.
Fachbegriffe
Tokens
Input
2 · Schreiben
Schreiben kostet fünfmal so viel
Die Zusammenfassung entsteht Stück für Stück, das sind die orangen Punkte. Jedes geschriebene Stück kostet etwa fünfmal so viel wie ein gelesenes.
Darum kosten die paar orangen Punkte rund halb so viel wie der ganze Bericht: zusammen 0,8 ct.
Fachbegriffe
Output
3 · Nachdenken
Nachdenken sieht man nicht, man zahlt es
Gute Modelle denken nach, bevor sie antworten. Davon siehst du nichts, abgerechnet wird es aber wie Schreiben.
Hier ist das Nachdenken plötzlich der größte Posten. Die Zusammenfassung kostet jetzt 1,7 ct. Wie viel die KI nachdenkt, lässt sich einstellen.
Fachbegriffe
Reasoning
Effort
Ab hier: viele Schritte statt einem Aufruf
4 · Agent
Jetzt arbeitet die KI selbst
Bis hierhin war es ein einzelner Aufruf: ein Bericht rein, eine Zusammenfassung raus. Jetzt bekommt die KI zehn Berichte und den Auftrag: Mach mir daraus einen Überblick.
Ein Agent öffnet Bericht 1 und notiert, dann Bericht 2 und notiert, und so weiter. Vor jedem Schritt liest er alles noch mal, was er bisher gesammelt hat. Der Stapel wächst wie eine Treppe. Zehn Berichte kosten so 51,6 ct, das meiste davon fürs Lesen.
Im Chat passiert dasselbe: Jede neue Nachricht liest das ganze bisherige Gespräch mit.
Fachbegriffe
Kontext
Agenten-Schleife
5 · Merken
Was schon gelesen ist, wird billig
Das Modell kann sich merken, was es gerade gelesen hat. Wie ein Kollege, der den Ordner noch auf dem Tisch hat und nur die neuen Seiten liest. Gemerktes kostet nur ein Zehntel bis ein Zwanzigstel, das sind die blassen Punkte. Dieselbe Aufgabe kostet jetzt 24,5 ct statt 51,6 ct.
Das Merken hält aber nur, solange am Stück gearbeitet wird, je nach Anbieter ein paar Minuten bis zu mehreren Stunden. Geht es morgen weiter, wird alles wieder voll gelesen.
Fachbegriffe
Caching
6 · Der Aufbau
Wie das System gebaut ist, entscheidet
Die KI-Kosten je Aufgabe sind nur die Spitze. Braucht der Agent Werkzeuge, etwa eine Websuche, kostet jeder Aufruf extra. Mit fünf Suchen kostet die Aufgabe 32,2 ct.
Darunter liegen Einrichtung und Pflege. Die fallen nicht pro Aufgabe an, entscheiden aber am meisten. Ein gut gebautes System liest weniger, merkt sich mehr und nutzt die kleinste Stufe, die reicht.
Fachbegriffe
Tools
Betriebskosten
Workflow
Lesen0,5 ct
Schreiben–
Nachdenken–
Werkzeuge–
Bericht zusammenfassen0,5 ct
Grafik: Jeder Punkt steht für ein paar Tokens, grau gelesen, orange geschrieben oder gedacht, blass gemerkt. In sechs Schritten wächst die Rechnung darunter, vom einzelnen Bericht bis zum Agenten, der zehn Berichte auswertet.
Probier es aus
Dein Text in Punkten
Füg einen beliebigen Text ein und sieh, wie viele Tokens er etwa hat. Nichts verlässt deinen Rechner, alles wird nur hier in deinem Browser gezählt.
Schätzung: Jedes Modell zerlegt Text etwas anders. Im Deutschen ergibt ein Wort meist etwa zwei Tokens.
Zeichen
144
Wörter
27
≈ Tokens
51
1 Punkt = 1 Token
ModellstufeKleinMittelGroß
Die KI liest diesen Text< 0,01 ct< 0,01 ct0,02 ct
Die KI schreibt so viel Text< 0,01 ct0,05 ct0,09 ct
Für 1 € liest die mittlere Stufe diesen Text etwa 10.973-mal.
Jetzt du
Was kostet deine Aufgabe?
Welche Aufgabe?
Wie viel davon?
Feineinstellung
Modellstufe
Klein = schnell und günstig (z. B. Haiku, Gemini Flash-Lite). Mittel = Allrounder (z. B. Sonnet, Gemini Pro). Groß = das stärkste Modell (z. B. Opus). Gemischt = Routine auf Klein, knifflige Schritte auf Groß. So arbeiten die meisten guten Systeme.
Nachdenken
Merken (Caching)
KI-Kosten für einmal
0,09 ct
von Hand etwa 22,50 €
Bei so einer Aufgabe sind die KI-Kosten Kleingeld. Was zählt, ist die Einrichtung, nicht der laufende Betrieb.
So setzt sich das zusammen
WorkflowKleinwenig Nachdenken1 SchrittMerken an
Lesen 62 %Schreiben 24 %Nachdenken 14 %
je nach Umfang 0,03 ct bis 0,5 ct
KI + deine Kontrolle (3 Min)
2,25 €
ganz von Hand (30 Min à 45 €)
22,50 €
Der Rechner zeigt Größenordnungen, keine Angebote. Nicht eingerechnet: Einrichtung, Pflege, Nacharbeit und Sonderfälle. Ob das Ergebnis gut genug ist, entscheidet am Ende immer noch ein Mensch.
Workflow, Chat oder Agent?
Zehn Berichte auswerten, auf drei Wegen
Der Unterschied ist, wer den nächsten Schritt bestimmt. Die Grenzen sind fließend: Ein Workflow kann einen Agenten-Schritt enthalten, und ein Agent kann selbst wieder andere Agenten steuern.
Workflow
fester Ablauf, vorher festgelegt
19,0 ct
11 einzelne Aufrufe, jeder flach
Am günstigsten im Betrieb. Dafür muss jemand den Ablauf vorher bauen.
Chat
du bestimmst den nächsten Schritt
27,2 ct
10 Nachrichten, das Gespräch wächst · ohne Merken 48,2 ct
Flexibel, du sitzt dabei und lenkst. Kostet deine Zeit.
Agent
die KI bestimmt den nächsten Schritt
30,2 ct
12 Schritte, arbeitet allein · ohne Merken 72,7 ct
Macht es ohne dich. Plant selbst, darum ein paar Schritte mehr.
Gleiche Berichte, gleiche Modellstufe. Die Balken zeigen, wie viel bei jedem Aufruf gelesen wird. Beim Workflow bleibt es flach, im Chat und beim Agenten wächst es. Mit Merken ist der Workflow am günstigsten, Chat und Agent liegen etwa ein Drittel bis zwei Drittel darüber. Ohne Merken werden Chat und Agent deutlich teurer. Der eigentliche Unterschied ist, wer dabei arbeitet: das System, du oder der Agent.
Wie abgerechnet wird
Abo oder nach Verbrauch?
Abo je Person
Chat-Programme und KI-Kollegen im Büro. Feste Monatsgebühr, dafür Nutzungsgrenzen. Was eine einzelne Aufgabe kostet, merkst du erst, wenn die Grenze erreicht ist.
Nach Verbrauch
Workflows und Agenten in deinen eigenen Systemen. Jeder Aufruf wird einzeln abgerechnet, so wie in diesem Rechner. Werkzeuge kommen extra dazu.
Gemischt
Das ist der häufigste Fall. Das Team chattet im Abo, die Abläufe im Hintergrund laufen nach Verbrauch. Der Rechner gilt für den zweiten Teil.
FAQ
Fragen zu KI-Kosten
Die Fragen, die mir am häufigsten gestellt werden, kurz und ehrlich beantwortet.
Das hängt weniger vom Modell ab als vom Aufbau. Einzelne Aufgaben kosten oft nur Cent-Beträge. Teuer werden lange Agenten-Läufe, große Dokumentenmengen und vor allem Einrichtung und Pflege. Der Rechner oben zeigt die laufenden Kosten je Aufgabe.
Ein Token ist ein kleines Textstück, meist ein Wortteil. KI-Modelle lesen und schreiben in Tokens, und danach wird abgerechnet. Im Deutschen ergibt ein Wort im Schnitt etwa zwei Tokens.
Ja. Ein KI-Modell hat kein Gedächtnis zwischen zwei Aufrufen. Bei jeder neuen Nachricht wird das ganze bisherige Gespräch samt Anweisungen und Anhängen erneut mitgeschickt und gelesen, auch wenn deine Nachricht nur ein Satz ist. Mit Caching wird schon Gelesenes deutlich billiger, aber es wird trotzdem jedes Mal verarbeitet.
Die KI hält an, ruft das Werkzeug auf, etwa eine Suche oder einen Blick in einen Ordner, und bekommt das Ergebnis zurück. Danach liest sie alles noch einmal: deine erste Nachricht, ihre bisherigen Antworten und das neue Ergebnis. Jeder Werkzeug-Aufruf ist also ein neuer Durchgang durch das ganze Gespräch. Darum kosten Agenten mit vielen kleinen Schritten mehr als eine einzelne Anfrage.
Entscheidend ist, wer den nächsten Schritt bestimmt. Beim Workflow ist der Ablauf vorher festgelegt. Im Chat bestimmst du. Beim Agenten entscheidet die KI selbst, was als Nächstes passiert. In der Praxis wird das oft kombiniert, etwa ein Agent als ein Schritt in einem Workflow.
Schreiben ist für das Modell aufwendiger als Lesen. Darum kosten geschriebene Tokens bei den meisten Anbietern ein Mehrfaches der gelesenen, meist das Fünffache, teils mehr.
Viele Modelle denken vor der Antwort nach. Dieses Nachdenken siehst du nicht, es wird aber wie Schreiben abgerechnet. Bei vielen Modellen bleibt es danach im Gespräch und wird in jedem weiteren Schritt mitgelesen. Wie viel nachgedacht wird, lässt sich oft einstellen. Fachbegriffe dafür sind Reasoning und Effort.
Das Modell merkt sich Text, den es gerade gelesen hat. Wird derselbe Text kurz danach wieder gebraucht, kostet er nur einen Bruchteil. Das spart vor allem bei Agenten und langen Chats viel Geld, hält aber je nach Anbieter nur ein paar Minuten bis zu mehreren Stunden.
Ein Agent arbeitet in vielen Schritten und liest dabei immer wieder alles Bisherige. Ein Auftrag kann deshalb ein Vielfaches einer einzelnen Anfrage kosten. Mit Caching, kleineren Modellen für Routine und klaren Grenzen bleibt das im Rahmen.
Für Menschen, die täglich mit KI chatten, ist ein Abo meist einfacher. Für Abläufe, die im Hintergrund laufen, wird nach Verbrauch über die API abgerechnet. Die meisten Betriebe nutzen beides.
Die größten Hebel: nur lesen lassen, was gebraucht wird, Caching nutzen, die kleinste Modellstufe wählen, die das Ergebnis schafft, und Nachdenken nur dort einschalten, wo es etwas bringt.
Was kostet KI in deinem Betrieb?
Im Erstgespräch rechnen wir das mit deinen echten Abläufen durch: was es kostet, was es spart und wie man es so baut, dass es günstig bleibt.