Erfahrungen3 Min.
Ich wollte jahrelang bloggen. Jetzt schreibt sich der Blog aus meiner Arbeit
Warum ich nie gebloggt habe, obwohl ich jeden Tag etwas baue, und wie aus meiner dokumentierten Arbeit jetzt ganz von selbst Themen entstehen.

Seit Jahren nehme ich mir vor, Blogartikel zu schreiben. Material gäbe es genug. Ich baue den ganzen Tag etwas, probiere aus, entwickle weiter. Trotzdem ist daraus nie ein regelmäßiger Blog geworden.
Das lag nicht an fehlender Zeit und auch nicht an fehlenden Ideen. Mir fiel es schwer, aus meinem Alltag herauszuziehen, was ich da eigentlich mache. Wenn man mitten in der Arbeit steckt, fühlt sich nichts davon wie ein Thema an. Es ist einfach der nächste Schritt. Und abends noch einmal zu sortieren, was davon für andere spannend sein könnte, war jedes Mal eine eigene kleine Aufgabe, die liegen blieb.
Der Fehler im alten Ansatz
Der klassische Weg geht so: Du überlegst dir ein Thema, das gut klingen könnte, und schreibst dann darüber. Das Thema kommt zuerst, die Erfahrung wird nachträglich dazugesucht.
Bei mir hat das nie funktioniert. Ich saß vor einer leeren Liste und dachte: Worüber könnte ich mal schreiben? Die Antworten waren entweder zu groß oder zu beliebig. Die eigentlich guten Geschichten, die kleinen Fehler, die Umwege, die Aha-Momente, hatte ich da längst vergessen.
Jetzt läuft es andersherum
Heute arbeite ich fast alles gemeinsam mit KI-Agenten. Dabei entsteht ganz nebenbei eine Dokumentation meiner Arbeit: woran ich gebaut habe, was schiefging, welche Entscheidung ich warum getroffen habe und was sich in der Zusammenarbeit verändert hat. Das schreibe ich nicht für einen Blog auf. Es entsteht, weil die Agenten am nächsten Tag wissen müssen, wo wir stehen.
Genau diese Dokumentation ist jetzt meine Themenquelle. In regelmäßigen Abständen schaue ich mit einem Agenten zurück: Was ist passiert? Was hat sich geändert? Was davon könnte für andere interessant sein? Der Agent schlägt Themen vor, ich entscheide, was wirklich trägt. Dann erzähle ich, meist gesprochen, wie es aus meiner Sicht war. Die Themen kommen also aus der Arbeit, der Blick darauf kommt von mir. Daraus entsteht ein Entwurf, den ich lese, korrigiere und freigebe.
Ein Beispiel von heute
Vor zwei Monaten bin ich von Windows auf Linux umgestiegen. Für mich war das kein Thema, sondern einfach ein neuer Rechner, an dem ich seitdem herumbaue. Beim Zurückschauen ist aufgefallen, wie viel sich in diesen Wochen getan hat: die Suche nach dem richtigen System, ein zweiter Wechsel, eigene Anzeigen auf den Nebenbildschirmen. Daraus ist der Linux-Beitrag hier im Lab geworden. Von selbst hätte ich nie darüber geschrieben.
Ein anderer Beitrag ist entstanden, während ich gekocht und nebenbei mit dem Agenten über Themen geredet habe. Dass ich meine Arbeit fast nur noch diktiere, war für mich so selbstverständlich, dass ich es nie als Thema gesehen hätte. Der Agent hat es gesehen.
Was sich dadurch ändert
Ich muss mir keine Themen mehr ausdenken. Ich muss nur noch entscheiden, welche davon ich teilen will. Das ist ein riesiger Unterschied. Aus „Worüber könnte ich schreiben?“ wird „Das ist heute passiert, das könnte jemandem helfen“.
Die Beiträge werden dadurch ehrlicher. Sie erzählen nicht, was gut klingt, sondern was wirklich passiert ist, mit den Fehlern und Umwegen. Und sie kosten mich nur einen Bruchteil der Zeit, weil die eigentliche Arbeit, das Erinnern und Sortieren, schon erledigt ist.
Wichtig bleibt: Das Urteil liegt bei mir. Der Agent findet Themen und schreibt Entwürfe. Ob etwas wirklich interessant ist, ob es stimmt und ob es rausgeht, entscheide ich.
Für dich übertragen
Du musst dafür kein großes System bauen. Der Kern ist eine einfache Umkehr: Nicht erst das Thema suchen und dann die Erfahrung, sondern die Erfahrung festhalten und daraus die Themen ziehen. Wer seine Arbeit ohnehin dokumentiert, im Projekttagebuch, in Notizen oder in der Zusammenarbeit mit KI-Agenten, sitzt bereits auf seinem Material. Es fehlt nur der regelmäßige Blick zurück.
Passende Leistung
Du willst, dass aus deiner täglichen Arbeit ganz von selbst etwas Brauchbares entsteht?
KI-AutomatisierungSo ist der Beitrag entstanden
Entstanden mit Claude. Erlebnis, Urteil und Freigabe: Tobias.

